Altersspanne ca. 7 bis 10 Jahre

Welche Themen sind im Grundschulalter wichtig?

Für Kinder im Grundschulalter sind die Themen Körper, Geschlecht, Liebe und Sex sehr präsent.
Die meisten Kinder besitzen in diesem Alter schon ein Grundwissen über Körperlichkeit und Sexualität.
Die Pubertät hat zwar noch nicht eingesetzt, die Vorpubertät ist aber bereits im Anflug, und diese Themen schwingen bereits im Hintergrund mit.

Schwanken zwischen Scham und Faszination
Vieles, was mit Liebe und Sexualität verbunden ist, erleben Kinder in dieser Phase als ambivalent.
Einerseits gibt es erste Verliebtheiten und das alles ist wahnsinnig spannend. Andererseits finden Kinder vieles, das mit Sexualität zu tun hat, in diesem Alter peinlich.
Sie trennen sich jetzt häufig in Mädchen- und Jungengruppen, Geschlechterrollen festigen sich oder werden infrage gestellt.
Viele Kinder experimentieren mit sexuell gefärbter Sprache, wobei sie die Inhalte bestimmter Ausdrücke häufig gar nicht als sexuell wahrnehmen.

Wie kann Sexualerziehung in der Grundschule mein Kind unterstützen?
Die Gesetzgebung hat der Institution Schule einen Teil der Sexualaufklärung bzw. Sexualerziehung ausdrücklich übertragen.
Sexualerziehung ist daher ein fester Bestandteil des Unterrichts in der Grundschule.
Die Vorstellung, dass Ihr Kind mit Lehrer*innen oder anderen „fremden“ Menschen außerhalb des Elternhauses über Sexualität spricht, ist sicher erst einmal ungewohnt.
Sie fragen sich vielleicht, ob die Schule dieselben Werte vermittelt wie Sie selbst.
Manche Eltern haben Sorge, dass das Thema zu viel Gewicht bekommt, wenn es im Unterricht präsent ist.
Doch Sexualität ist in unserer Welt ohnehin überall präsent.
Auch wenn es in der Familie vielleicht noch nicht so ein großes Thema ist, kommen Kinder auch schon im Grundschulalter damit in Kontakt – durch Freund*innen, in der Freizeit, durchs Fernsehen oder das Internet.
Eltern können nicht kontrollieren, wo ihnen das Thema begegnet.
Es ist deshalb hilfreich, wenn Kinder das, was sie sehen und hören, gut einordnen und bewerten können.

Sexualaufklärung kann Sicherheit geben
Dazu kann die Sexualerziehung in der Schule einen wichtigen Beitrag leisten.
Hier können Kinder in einem geschützten pädagogischen Rahmen etwas über das Thema lernen und Fragen stellen.
Manchmal ist es sogar leichter für Kinder, Lehrer*innen solche Fragen zu stellen als den Eltern.
Der Unterricht kann außerdem helfen, Ängste abzubauen und einen selbstverständlichen Umgang mit dem Thema zu entwickeln.

Eltern sind immer eingebunden
Gerade in der Sexualerziehung wird großer Wert darauf gelegt, dass Eltern informiert und eingebunden sind.
Die Sexualerziehung an Hamburger Schulen orientiert sich an den Paragrafen 5 und 6 des Hamburgischen Schulgesetzes.
Darin ist auch geregelt, dass Sorgeberechtigte vorab über die geplante Sexualerziehung informiert werden.
Sie können sich im Vorfeld von der Lehrkraft Themenschwerpunkte, Materialien und Methoden vorstellen lassen.
Grundlage für den Unterricht sind die schulformspezifischen Bildungs- und Rahmenpläne, in denen festgelegt ist, was Kinder und Jugendliche in welcher Jahrgangsstufe lernen sollen.
Die Teilnahme an Sexualerziehung für Schüler*innen ist gemäß der Paragrafen 5 und 6 des Hamburgischen Schulgesetzes verpflichtend.
Daher ist eine Befreiung von der schulischen Sexualerziehung in der Regel nicht möglich.

In Fällen, in denen Schüler*innen oder Sorgeberechtigte die Teilnahme dennoch nicht wünschen, sollten alle Beteiligten darüber sprechen und versuchen, eine Lösung zu finden.

Schule und Eltern – Kinder gemeinsam stark machen
Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen ist eine gute Ergänzung zu Ihrem Elternrecht darauf, Ihre Kinder zu erziehen.
Wenn Eltern und Schule kooperativ und partner*innenschaftlich zusammenarbeiten, können sie gemeinsam dafür sorgen, dass Kinder sich in jeder Hinsicht frei entfalten und angstfrei entwickeln können.